| Neusheimumbau - Endspurt |
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Von Klaus Harter
Fachleute vom Bau haben die Pfadfinder nicht in ihren Reihen, sagt Dürr. Aber das fällt nicht auf. Es waren sichtbar Jungs mit geschickten Händen am Werk. Ob Toiletten, Teeküche, Parkettboden im Gruppenraum oder Bodenfliesen im schmucken Besprechungszimmer - alles sieht ziemlich professionell aus. Wo sie schon beim Bauen waren, haben die freiwilligen Helfer auch gleich eine Theke und einen Eckbank gezimmert. Und damit sie keine kalten Füße bekommen, um den Eckbank herum einen Fußbodenheizung verlegt. Auf Geschick und Können deutet die Elektronik: Wenn man das Licht mit dem Schalter am Ausgang ausknipst, ist der gesamte Stromkreislauf unterbrochen, nur der Kühlschrank bezieht noch Strom.
Geschickt und kreativ
Nicht nur geschickt, auch kreativ waren die jungen Leute. Leitungen, die unter der Decke und der Wand entlang führen, ließen sich nicht verlegen. Wohl aber gekonnt verbergen mit einer abgehängten Decke. Für die Wand zimmerten die Pfadfinder einfach einen Schrank. Im etwas tiefer gelegenen Spielzimmer haben sie zudem eine kleine Kletterwand mit Haltegriffen angelegt. Seit dem Umzug verfügen sie auch über ein geräumiges Lager, in dem sie noch eine kleine Werkstatt eingerichtet haben.
Nachdem die Geschichtsstube aus dem Untergeschoss der Stadthalle auszogen war, ergriffen die Pfadfinder die Chance, dort ihr neues Domizil zu gestalten. Und zwar ein wesentlich größeres als zuvor im Jugendhaus Kiwi. Dort stand ihnen nur ein Raum zur Verfügung, im Quadrium sind es drei plus Lager. Aus dem Jugendhaus mussten die Pfadfinder raus, weil das Kiwi einen zusätzlichen Raum für die Kernzeitenbetreuung benötigte.
Dort hatte der 1968 gegründete Stamm der Pfadfinderschaft St. Georg eine dauerhafte Nutzung eingeräumt bekommen, und die Gründer des Vereins sprachen sich auch gegen den Umzug aus, erzählt Andreas Dürr. "Vielleicht haben sie es uns nicht zugetraut, dass es so toll wird." Die jetzigen Verantwortlichen sahen aber vor allem die Vorteile größerer Räume, die zudem im Zentrum von Wernau liegen. Hier hoffen sie, aus dem momentanen Tief bei den Mitgliederzahlen heraus zu kommen. Dürr führt das auch darauf zurück, dass sich die Pfadfinder zwei Jahre lang ganz auf den Umbau konzentriert und kaum mehr in der Öffentlichkeit präsentiert hätten. Die neuen Räume nutzen dürfen auch die Pfadfinderinnen. Sie sind in Wernau von den Jungen getrennt organisiert und haben ihren Raum in der St. Michaels-Kirche. Andreas Dürr hofft, dass die beiden kirchlichen Jugendorganisationen im Quadrium langsam zusammenwachsen.
Den Umbau ermöglicht hat ein Landeszuschuss für Jugendräume und ein Zuschuss der Stadt gleicher Höhe. Bei der Führung durch die Räume stellt Andreas Dürr zufrieden fest: "Das ist wirklich etwas, auf was man stolz sein kann."
Ihre neuen Räume (Eingang vom Parkplatz hinter dem Quadrium aus) weihen die Pfadfinder am Samstag, 13. November, um 14.30 Uhr ein. Pfarrer Wolfgang Schrenk spricht den Segen. Danach gibt es Kaffee und Kuchen. Um 19 Uhr beginnt dann das Einweihungsfest in der Rathausgarage, der "Hölle". Es spielt die Pfadfinder-Band "Trace".
www.dpsg-wernau.de