Es ist ein klarer kalter Wintermorgen als der Wecker schellt. Sven Scout ist ein junger gut aussehender Mann Mitte Zwanzig, den es zum studieren in eine kleine schwäbische Provinzhauptstadt verschlagen hat. Sekunden nach dem er den Wecker mit einer kräftigen Armbewegung daran gehindert hat weiter einen solch unsäglichen Lärm zu verbreiten, wurde Sven klar heute ist ein ganz besonderer Morgen. Sein Wecker zeigte eine für ihn sehr unübliche Zeit an was nicht daran lag das Wochenende war, es schien tatsächlich 07.00 Uhr morgens zu sein, und draußen blies ein kräftiger Ost-Wind. Normalerweise würde er jetzt einfach, ohne ein Zeichen eines schlechten Gewissens, liegen bleiben und gegen Mittag einen neuen Anlauf starten um den Tag zu begrüßen. Aber heute nicht! Es war der erste Samstag nach hl. Drei König, traditionell der Tag an dem in seinem Heimatort Wernau die Christbäume von seinem Pfadfinder Stamm eingesammelt werden. Es sollte also ein arbeitsreicher, aber sehr spaßiger Tag werden. Drum tauscht er in windes Eile seinen Schlafanzug gegen die wunderbar hässliche, aber an solchen Tagen unerlässliche lange Unterhose und verlässt Minuten später seine Studentenbude Richtung Bahnhof. Auf dem Weg zum Bahnhof schreibt er seinen Pfadfinder Kollegen noch schnell eine SMS mit einer Warnung: „Achtung draußen ist es sehr kalt!“
Treffpunkt war wie jedes Jahr das neu renovierte Pfadfinderheim hinter dem Rathaus gelegen. Da wie immer alles bestens organisiert ist, dauert es auch nicht lange bis sich die drei Gruppen mit ihren Fahrzeugen auf den Weg machen können. Sven sitzt in dem Laster des örtlichen Gipsergeschäfts, natürlich vorne in der Kabine. Der Platz hinten auf der zugigen Pritsche ist dann doch eher was für die Jungen. Sie kommen gut voran. Man merkt gleich, dass es sich hier um Profis handelt. Das Auffinden, Einsammeln und Verstauen der Bäume geht wie am Fließband. Das eigentliche Highlight des heutigen Tages steht allerdings erst noch an. Punkt zwölf Uhr versammelt sich die ganze Meute erneut - zum Mittagessen. Da der Pfadfinder an sich durchaus ein kritischer Mensch ist, kommt nun die Stunde der Wahrheit für das vorher in Eile bestimmte Kochteam. Chili con Carne soll es an diesem Mittag sein und schon bilden sich zwei Fraktionen. Auf der einen Seite die Hardliner: „Von dem Tabasco kann man ruhig die ganze Flasche schön hineinleeren!“, ihnen gegenüber die eher schwäbisch konservativen Esser:„Isch da etwa Gwürz dra?“. Aber Küchenchefin Maria B. hat wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen und spätestens nach dem leckern Pudding zum Dessert ist auch der Letzte satt und zufrieden. Es ist schon erstaunlich wie gut alles zusammenläuft, wenn man gemeinsam etwas anpackt. Während das Küchenteam noch die Gruppenräume feudelt, sind Sven und die anderen schon wieder unterwegs. Es geht zur Kranzhalde, wo die bereits gesammelten Bäume entladen werden. Man muss schon sagen, die Wernauer Pfadfinder sind ein sehr munterer und aufgeweckter Haufen. Aber Sven fiel auch auf, wie freundlich er und seine Kollegen von den Wernauern begrüßt werden. Hier ist es nicht wie in den Großstädten, man kennt sich doch halt noch und hier und dort ist sogar eine kleine Teils fruchtige Stärkung drin. Deshalb ist es auch selbstverständlich, dass der Schriftwart gleich am Montag den Bericht für den Wernauer Anzeiger tippen wird in dem allen Wernauern gedankt wird, die die Pfadfinder mit ihrer Spende unterstützen. Noch bevor der Nachmittag zu Ende ist sollte dann auch die Arbeit erledigt sein. Sven ist der Letzte, als er um 16.30 Uhr die Bar im Pfadiheim betritt. Die anderen haben sich bereits ihrer warmen Klamotten entledigt und sitzen um den schmalen Esstisch. Johannes, der seinen Platz hinter der Theke eingenommen hat, versteht ihn kaum, als er sich zur Feier des Tages auch ein Bier bestellt. Alle wollen ihre Erlebnisse erzählen, Thomas allerdings übertönt wieder Mal alle. Es ist schon spät als Sven mit den Letzten das Heim verlässt, aber sie sind noch nicht wirklich Müde und so beschließen sie den Tag noch woanders ausklingen zulassen. Morgen wird ihm das Aufstehen wieder nicht so einfach fallen.
An dieses Stelle wollen wir uns auch noch bei folgenden Betrieben für ihre Unterstützung bedanken: Firma Grupp & Zink, das Gipsergeschäft Adolf und Autowerkstatt Zink